Kiefern Portraits

Fotodokumentation einer besonderen Straße von Bernd Schaller

Kiefernstraße Foto von Bernd Schaller

 183 Jahre Kiefernstraße - Von der Eisenbahntrasse zum staatlich anerkannten Unruheherd

„Es gibt in Düsseldorf zwei über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Straßen. Die eine ist die Einkaufsmeile Königsallee, auf der sich die Stadt von der wohlhabenden Seite zeigt. Die andere ist die Kiefernstraße in Flingern“ schreibt die „Welt“ am 31.05.2006.
Bekannt geworden ist diese Kiefernstraße durch Hausbesetzungen in den 1980er Jahren und einen bis heute andauernden, erfolgreichen Kampf um ihren Erhalt.

Aber auch ihre Entstehungsgeschichte und die aktuelle Bestehensform machen sie zu einem identitätsstiftenden Ort mit großer „historischer Kompetenz“, nicht nur für Flingern, sondern für die gesamte Stadt.

ganzen Text lesen

Vor etwa 183 Jahren, so etwa um 1838 taucht die untere Kiefernstraße auf preußischen Militärkarten zum ersten Mal in amtlichen Dokumenten auf. Nicht als Straße, sondern als Eisenbahntrasse der Düsseldorf- Elberfelder Bahn, der ersten Eisenbahnlinie in Westdeutschland.
Die obere Kiefernstraße heißt bis 1902 noch Ruhrtalstraße und verbindet die damalige städtische Gasanstalt am Höherweg mit den Kesselschmieden, Walzwerken und Drahtziehereien an der Fichtenstraße und in Oberbilk.
Mitten in diesem Industrierevier mit seinen über 40.000 Arbeiter*innen wurden dann zwischen 1908 und 1910 auf den Grundstücken von Jacques Piedboeuf, dem Eigentümer der gegenüberliegenden Kesselwerke, die Häuser 1 bis 37 und die Häuser 2 bis 12 vom Bauunternehmer E. Joseph Müller gebaut. Architekten waren die Düsseldorfer Rudolf Wilhelm Verheyen und Julius Stobbe.
Die Häuser Kiefernstr. 14, 16 und 18 baute fast zeitgleich der Architekt Fritz Hofmeister mit dem früheren genossenschaftlichen „Düsseldorfer Spar- und Bauverein“.
Das heutige „Kulturbureau K4“ im historischen Gebäude Kiefernstr. 4, das neben spannenden Ausstellungen und Kunstaktionen auch als Treffpunkt für die Bewohner*innen fungiert, war damals vielleicht ein Verwaltungshaus der „Düsseldorfer Eisen- und Drahtindustrie“. Neben Mittagstisch, Suppen, Kaffee und Tabak wurden von der Familie „Allekotte“ Kost und Logis und notwendigerweise auch ein Brausebad im Hof angeboten. Denn Badezimmer gab es in Häusern damals nicht und mehrere Familien teilten sich den „Abort“ auf halber Treppe.
In der Kiefernstr.15 befand sich bis in die 1960er Jahre ein Lebensmittelgeschäft und im Eckhaus Kiefernstr. 23/25 gab es einen großen Gemüseladen. Dieser alte Gemüseladen wurde in den 1980ern als „Cafe Nix da“ und später als „AK 47“ zum Auftrittsort u.a. von Wilfried Schmickler, Heinrich Pachl und Musikern wie den Toten Hosen oder Green Day. Noch heute ist er ein Geheimtipp für Metall- und Punkbands, die kaum mehr Spielmöglichkeiten in der Stadt finden.
Die neuere Geschichte der Kiefern beginnt, als die Klöckner Werke als Nachfolger der „Düsseldorfer Eisen und Drahtindustrie“ 1975 ihr Walzwerk an der Fichtenstr. 40, dem heutigen Kulturzentrum zakk, schließen und 2 Jahre später zusammen mit den benachbarten „Werkswohnungen“ an der Kiefernstraße an die Stadt Düsseldorf verkaufen. In den folgenden Jahren werden die Häuser nach und nach „leergezogen“ und durch Zumauern der Fenster und Zerstörung der Toiletten zum Abriss vorbereitet.
Im Sommer 1981 sind in Düsseldorf viele Häuser besetzt, die Wohnungsnot ist groß. Die Stadtspitze übergibt dem Verein „Aktion Wohnungsnot“ auf der Kiefernstraße in 4 Häusern 50 Wohnungen und kündigt an, dies im September 1981 zu wiederholen. Da dies nicht eingehalten wird, werden im Herbst weitere 50 Wohnungen besetzt und die Stadt bricht den Kontakt ab. Der Versuch einer Selbstorganisation über Hausversammlungen und Straßenplenen beginnt.
Als bei den nächsten Kommunalwahlen 1984 neue politische Mehrheiten in der Bezirksvertretung und im Rat entstehen, werden vorsichtige Kontakte wieder möglich. Die Hauptforderung ist der langfristige Erhalt der Siedlung.
1986 war das anstrengendste Jahr in der Geschichte der Kiefernstraße. Nach Festnahmen in einer Eisdiele in Rüsselsheim gab es Terrorvorwürfe gegen Bewohner*innen. Im August führten 800 Polizisten und 80 Staatsanwälte mit gepanzerten Fahrzeugen, Bussen und Straßensperren über viele Stunden eine Razzia in den Häusern durch, brachen Wohnungen auf und suchten Beweismittel.
Nachdem wichtige Bedingungen der Straße erfüllt wurden, führten wochenlange Gespräche 1988 zu befristeten Mietverträgen, die 10 Jahre später wieder verlängert wurden.
Viele der Fassaden sind seit den 1990er Jahren von verschiedenen Wandmalergruppen und Graffitikünstler*innen in Absprache mit der Bewohnerschaft zu einem „Gesamtkunstwerk“ gestaltet worden und über die Stadtgrenzen bekannt.
Seit einigen Jahren gibt es eine „vernünftige“ Gesprächskultur zwischen den Bewohner*innen und der Städtischen Wohnungsgesellschaft Düsseldorf (SWD), die heute die Kiefern „verwaltet“. Inzwischen gibt es aber einen großen Druck von Investoren und Projektentwicklern auf die umliegenden Gewerbegrundstücke.
Gegen einige dieser (Fehl-)Planungen, wie Hotelkomplexe und hochpreisige Mikroappartements wehrt sich die Kiefernstraße zusammen mit den Nachbar*innen aus dem Stadtteil sehr erfolgreich.
Und so wird der jüngste Teil der Geschichte gerade jetzt geschrieben. Im März 2021 wurde von Aktivist*innen die „Planwerkstadt Düsseldorf e.V.“ gegründet, um in Eigenregie mit dem Bau des K22 (Kiefernstraße 22) ein „Wohnzimmer“ mit Werk- und Seminarräumen im Quartier zu kreieren, wo es möglich ist, Bürger*innenbeteiligung zu lernen, solidarische Nachbarschaft zu leben und an „urbanen, gesellschaftlichen Transfomationsprozessen“ mitzuarbeiten.
Inhaltlich geht es der Bewohnerschaft der Kiefern heute wie früher darum, besonders im eigenen Stadtviertel Raum und Möglichkeiten für alle Bürger*innen zu schaffen, nicht nur für eine privilegierte Minderheit. Es geht ihr um bezahlbaren Wohnraum, aber auch um Vielfalt, um Nachbarschaft und Gelegenheiten für Begegnung, um gegenseitige Hilfe, um Raum für Kunst und Musik, um Beteiligung am politischen und kulturellen Geschehen in der Stadt, um Selbstbestimmung und Partizipation.
Die Kiefernstraße stellt mit ihren 800 Bewohner*innen ein einzigartiges und zukunftsweisendes Beispiel für gelingendes soziales Miteinander unterschiedlicher Lebensentwürfe und kultureller Hintergründe dar. Die Verschiedenheit wird als Ressource für Erfahrung und gegenseitige Inspiration genutzt.
Diese Ideen werden inzwischen von einem großen Teil der Stadtgesellschaft in Düsseldorf unterstützt

Text von Kaspar Michels vom FlingerPfad

Wohnung in der Kiefernstraße von Bernd Schaller
Wohnung in der Kiefernstraße (2019)

 

 

 

„Gefördert durch ein Künstlerstipendium im Rahmen der NRW-Corona -Hilfen“ 

 

Fotoportraits von Bewohner*innen der Düsseldorfer Kiefernstraße , ein fortlaufendes Projekt - die Galerie wird laufend ergänzt. 

 alle Fotos und Copyright: Bernd Schaller


Busgar Portrait von Bewohner der Kiefernstraße

 

 

Basger (21), Student/ Schüler, Hausgeburt auf der Kiefernstraße

„Nirgendwo gibt es so einen Zusammenhalt wie auf der Kiefernstraße“

 

 

 

 

Nepomuk, gerade erst auf die Welt gekommen ,

    entspannt in der Kiefernstraße...

Pauline (29), Sozialarbeiterin und Zora (32), Lehrerin für Mathematik und Sozialwissenschaften und Kommunalpolitikerin, beide Aktivistinnen der Planwerkstatt.
 
Schwestern, geboren auf der Kiefern. "Hier aufzuwachsen und sozialisiert zu werden war entscheidend für unsere Sicht auf die Welt.

Ein Mikrokosmos der Gegensätze, Gemeinsamkeiten und Widersprüche. Ein Ort, der alternative Formen des Zusammenlebens denkbar macht.“

Leonie (27)

seit 2019 auf der Kiefernstraße

Public Interest Designerin/(Stadt)Gestalterin

"You can`t go around building a better world for people.Only people can build a better word for  people. Otherwise it`s just a cage."

(Terry Pratchett)

Clive (64)

seit 40 Jahren und 5 Tagen auf der Straße

Fernfahrer, Bachelor of Science, BildMeister, Sensi,

Broadcaster, Artist, Gardener, Photographer, Inventor, Bauarbeiter, Observer, Anthropologist, Buddhist.

 

 

Steffi (33)

Maschinenbauingenieurin und Veranstaltungstechnikerin

seit 2016 auf Bauwagenplatz und Kiefern zu Hause

"Wer hätte das gedacht"

 

 

 

 

 

 

Amrei (Bj 78)

Tischlerin und Baumpflegerin

Seit 2010 auf der Kiefern, seit 2016 auf dem Bauwagenplatz

" Eigentlich fehlt nur der Strand "

 

 

 

 

 

 

Josy (38)
Doktorandin im Fach Philosophie
Habe Ende 80er/ Anfang 90er mit meiner Mama schon einmal auf der Kiefern gewohnt und bin seit 2004 als Studentin

wieder zurück in meiner eigenen Butze
„Ein Kind der Kiefernstrasse – Fluch und Segen zugleich!“

 

 

 

 

 

 

Sven (52),

lungert seit Anfang der 90 er Jahre hier rum,

verhinderter Rockstar, wohnt seit 14 Jahren auf der Kiefern.

"Motto : Zicke Zacke Hühnerkacke"

 

 

 

 

 

 

Tanja (49),

seit 26 Jahren auf der Kiefernstraße

"Kunsthandwerkerin und Lebenskünstlerin"

 

 

 

 

 

 

Wörner (52)

seit 1987 auf der Kiefernstraße

"Ich mag lange Spaziergänge am Strand " 

zur Kiefernstraße:

"Wie Du kommst gegangen, so wirst Du auch empfangen"

 

 

 

 

 

 

Petrus (53)

Trommler

seit 30 Jahren auf der Kiefernstraße

"Liebe ist das Stärkste das ich kenne"

 

 

 

 

 

 

Vero, (47)

Tänzerin

seit 13 Jahren in der Kiefernstraße

"Wenn man wüsste wo man fällt ,würde man die Stelle weicher machen."

 

 

 

 

 

 

Albert  (45),

seit 2007 zurück auf der Kiefernstraße,  

"ich habe als Kind schon mal hier gelebt"

Audioingenieur, DJ, 

Veranstalter von psychoaktiver Obstgarten

"Der Austausch unter Künstlern auf der Kiefernstraße könnte besser sein"

 

 

 

 

 

 

Norbert, 63 Jahre jung,

     EDV-Berater, 

Eventmanager (KiNDERKRAM, Dronevent)

Teammanager von Droneracing Teams
Hobbymusikant u.v.m.

"Wohne seit 36 Jahren auf der geilsten Straße der Republik -

Am schönsten lässt sich wohnien
Im Urlaub auf Balkonien."

 

 

 

 

Ann Jasmin, 34 Jahre jung,
Texterin
"Die Kiefern ist eine dumme Zicke - und meine beste Freundin.“

 

 

Inka, Künstlerin,

lebt seit 16 Jahren auf der Kiefernstraße

"Die Kiefern: kleine Welt = große Welt"

 

 

 

 

Gyl Portrait von Bewohner der Kiefernstraße Bild von Bernd Schaller

 

 

Gyl (60), Kreativer,
lebt seit 40 Jahren auf der Kiefernstraße mit Zwischenaufenthalten in Amsterdam
und im besetzten Dorf in den Pyrenäen
„Ein Leben in relativer Freiheit“

 

leider im Oktober 2021 verstorben,

ein Original, unersetzlich

 

 

 

 

Angelika Portrait von Bewohner der Kiefernstraße Bild von Bernd Schaller

 

 

Angelika (68),  Antiquarin, lebt seit 1982 in der Kiefernstraße
"Der Hintergrund der Photographie verdeutlicht meine Affinität zu Büchern, die schon seit meiner Kindheit besteht und berufsbestimmend war. Mein Werdegang war sehr wechselhaft, ich bin schließlich aber doch zu dem Beruf zurückgekehrt, mit dem ich in's Berufsleben eingestiegen bin."

 

 

 

 

Familie Portrait von Bewohner der Kiefernstraße Bild von Bernd Schaller
Sarah (32), selbst und ständig liebevolle Mutter, 
Penelope (0,5),  schlitzohrige Tochter 
Edin (47),  Hobby Brauer und Hausmann
leben seit 2017 in der Kiefernstraße 
„Zur Kiefern selbst: Vielfalt und crazy shit, (erkämpfte) Freiheiten, komplizierte soziale Kompetenzen und Netzwerke, Wirkungsstarke Aussicht auf Quartiersentwicklung!“

 

 

Dracul, im besten Alter, schon immer auf der Kiefernstraße,

Straßenkater und Jäger

"hier bin ich der Chef"

 

 

 

 

Ali Portrait von Bewohner der Kiefernstraße Bild von Bernd Schaller
Ali Hassanoglu (72),
seit 1972 als Stahlarbeiter bei Klöckner beschäftigt auf der Kiefernstraße
 "Früher gab es hunderte von Kindern , die auf beiden Seiten auf den Bürgersteigen , die noch höher waren,
gespielt haben. Das war schön.“
Anita Portrait von Bewohner der Kiefernstraße Bild von Bernd Schaller

 

 

Anita (61), vielseitig, lebt seit 1986 auf der Kiefernstraße
"La Vita e Belle"

 

 

 

 

Bill Portrait von Bewohner der Kiefernstraße Bild von Bernd Schaller

 

 

Bill  (63, 2021 verstorben), Künstler

lebte und arbeitete mit besonders kreativer Energie seit 1991 auf der Kiefernstraße
"Irgendwas geht immer"

Danke Bill!

 

 

 

 

Skylar Portrait von Bewohner der Kiefernstraße Bild von Bernd Schaller

 

 

"Hallo ich bin Skylar McCloud , 37 Jahre alt und lebe seit 62 Jahren auf der Kiefernstraße, oder so..."

 

 

 

 

Belele Portrait von Bewohner der Kiefernstraße Bild von Bernd Schaller

 

 

Belele, Tagesmutter, lebt seit 25 Jahren auf der Kiefernstraße

Tara (7), Tochter
"Ich bin vor 25 Jahren aus Trinidad und Tobago auf die Kiefernstrasse gezogen. Wir sind damals durch meinem Bruder Fabian auf die Kiefernstrasse gekommen. Er wohnt schon über 35 Jahre hier. Seit dem lebe ich hier und kann mir auch nicht wirklich vorstellen wo anders in Düsseldorf zu wohnen.
Ich komme von einer kleinen Insel wo jeder jeden kennt, die Nachbarn sich grüßen und die Kinder zusammen spielen. Hier auf der Kiefernstrasse ist es genauso also habe ich ein Stück Heimatgefühl. Und meine Tochter fühlt sich wohl."

 

 

 

 

 

 

Klaus (59), Techniker und "Feldenkrais" begeistert, lebt seit 1986 auf der Kiefernstraße
"Das Leben ist Lernen!"

 

 

 

 

 

 

Fabian (52), Landschaftsgärtner,

Musik, Kulturen, Kunst, Nahrung, schlafen 

lebt seit 1984 auf der Kiefernstraße 

„Leben und leben lassen - 

Wer schnell sein will, muss langsam machen“

 

 

 

 

 

 

Elias (36), Musiker

lebt seit 2016 auf der Kiefernstraße,

"Kiefern ist für mich Kunst,Vielfalt und außergewöhnliche Nachbarschaft"

 

 

 

 

 

 

Peter Bürger (von Klaus v. Ilustra "Friedenspeter" getauft), 

geb. am 2. September 1961,

Linkskatholischer Theologe (Diplom 1987), Krankenpfleger (Examen 1991), seit 2003 freier Publizist (Forschungsschwerpunkte: niederdeutsche Mundartliteratur; Krieg, Massenkultur & Geschichte; "Ernstfall Menschwerdung" auf dem Planeten) - Mitarbeiter des Ökumenischen Instituts für Friedenstheologie,

 wohnt seit 2003 in der Kiefernstraße

"Jahrzehntelang habe ich mich der Kultur meiner sauerländischen Herkunftslandschaft gewidmet; doch zu Hause bin ich hier in der Kiefernstraße, die für mich eine Heimat und ein Lebenshaus für die freie geistige Arbeit ist."

 

 

 

 

 

 

Xtna (51), Erzieherin, lebt seit 1995 auf der Kiefernstraße,

Wenn ich Zeit habe bastel ich gerne , bevorzugt recycle Art

     „Das Leben auf dieser Straße ist ein bisschen vergleichbar mit einem Dorf . Es ist intensiver, weil man mehr Menschen kennt und mehr von den Einzelnen mitbekommt . Das hat eine funktionierende Nachbarschaftshilfe zur Folge , kann aber auch mal anstrengend werden … 

Ich lebe sehr gerne hier“

 

 

 

 

 

 

Markus (55), Sozialakrobat und Kunsthandwerker,

lebt seit 14 Jahren auf der Kiefernstraße

 

 

 

 

 

 

Neo  (12), Fußballer

Darja (36), studiert soziale Arbeit,

"K4, großes Herz"

 

 

 

 

 

 

Randale Olli (55, 2020 verstorben),  Elektriker, Gärtner, wunderbarer Koch und Mutter von "Brot und Spiele"

 lebte seit 31 Jahren  auf der Kiefernstraße.

"Am Arsch hängt der Hammer, am Pimmel die Klammer"

 

Olli fehlt!

 

 

 

 

 

 

Nathalie (38), 

Gitarristin bei The Happy Gangstas

 lebt seit 2017 auf der Kiefernstraße

„Mentale Freiheit und Individualität will never die"

 

 

 

 

 

 

Harald (59), lebt seit 1983 auf der Kiefernstraße

"Bin Erzieher und mache Kunst"

 

 

 

 

 

 

Lian (23), Köchin, lebt seit 2017 auf der Kiefernstraße

 

 

 

 

 

 

Thom (45), Sommelier und Schreiber , lebt seit 2009 auf der Kiefernstraße
"Anders leben in der Nische ist Freiheit"

 

 

 

 

 

 

Florian (33) , Inklusionsbegleiter bei Tag , Musiker und Tänzer bei Nacht, 
lebt seit 2018 auf der Kiefernstraße
"Auf der Kiefernstraße zu leben empfinde ich als Privileg, aber manchmal auch als „Kiefern-strafe“- oft fühlt es sich wie ein nie endendes Ferienlager an, bei dem sich allerdings auch menschliche Dramen vor aller Augen und Ohren  abspielen."

 

 

 

 

 

 

Klaus von Ilusta (85), Architekt und Künstler, lebt seit 1986 auf der Kiefernstraße
"Den kleinen Dingen im Leben Geltung verschaffen.

Ich möchte auf der Kiefern sterben."

 

 

 

 

 

 

Saskia (53)

lebt seit 1989 auf der Kiefernstraße 

Lebenskünstlerin, Musik(session) machen, Schmuck herstellen

 

"Die Kiefernstraße hat mir Ende der 80iger Jahre die Freiheit ermöglicht hinter der Straße ein Leben im Bauwagen zu beginnen. So entstand der heutige Bauwagenplatz  und ich freue mich das ich diesen speziellen Lebensraum an so viele andere Menschen weiter geben konnte -

Für mehr Freiraum ! "

 

 

 

 

 

 

Hecho (46),  Hybridschlosser (gelernter Mechatroniker der Industrie) mit Leidenschaft zur Elektromobilität,

lebt seit 2009 auf der Kiefernstraße
"Die Kunst des Lebens ist, immer bei den vielen Diskussionen, einen guten Kompromiss zu finden."

 

 

 

 

 

 

Remco (29), Kunststudent, lebt seit 2016 auf der Kiefernstraße 

„Ich und die mit mir verbundenen Mikroben sind gerne draußen.

 

 

 

 

 

 

Kiefernmoki (57), Maler und Lackierer, 

lebt seit 2014 auf der Kiefernstraße, 

verkehrt seit 1990 auf der Kiefernstraße

„ leben und leben lassen.“

 

 

 

 

 

 

Tara (27),

Betoberin der Kiefernstraße seit 2012, ruhig seit 2020

"der hustle ist hart, der struggle so real"

 

 

 

 

 

 

Uli (60), Universal Fräser, zu letzt Schreiner/Messebau,

lebt seit 1991 auf der Kiefernstraße
"Die Kiefern war für mich immer ein Stück Freiheit und Revolution. Mein schönstes Ereignis war die Hausgeburt meines Sohnes,

am Gründungstag von Fortuna Düsseldorf, während einem Punk-Konzert im AK47.
Durch meine Krebserkrankung habe ich festgestellt, das es hier eine besondere Gemeinschaft und Zusammenhalt gibt.

Ich glaube, dass es nur ganz wenige Straßen gibt, wo Nachbarschaftshilfe so groß ist wie hier, was ich leider vorher nicht erkannt habe."

 

 

 

 

 

 

Norbert (62), Physiotherapeut,
lebt seit 1994  auf der Kiefernstraße
"... und Kohleofen - Lagerfeuer in der Wohnung"

 

 

 

 

 

 

Ilona (40), Demenzbetreuung,

lebt seit 16 Jahren auf der Kiefernstraße

"Wir stehen bis zum Hals in der Scheiße -

aber der Ausblick ist gut"

 

 

 

 

 

 

Joh // Dr.Dreck (35) auf dem Bauwagenplatz seit 1.1.2017,
  Paule (unbekannt) auf dem Wagenplatz seit März 2021.

Auf diversen Pfaden unterwegs mit Kunst, Musik, Perfomance, vielen
vielen vielleichts und noch mehr eventuells; stets auf der Suche nach
Gleichgewichten, Dissonanzen und Wärme.

"Wann macht das AK47 endlich wieder auf!!??" schnautze Paule mich eines
Tages im Winter 2021 an. Er saß schon so lange vor der Tür, dass er
mitlerweile völlig angerostet war. Eine warme Schrauben-Nudelsuppe und
zwei drei Mutter-Biere später waren wir dann beste Freunde. Seit dem
wohnt er zusammen mit seinem Hund Fiffi bei mir im Garten und wir freuen
uns schon die Stadt gemeinsam zu erkunden. °

 

 

 

 

Triada (39), Mutter von 2 Kindern
Griechin, verheiratet mit einem italienischen Mann.
"Meine Großeltern sind in jungen Jahren Mitte der 60ger Jahre als Klöckner Arbeiter in die Kiefernstraße gezogen.
Als jugendliche Kiefernstraßen Nachbarn haben sich meinen Eltern lieben gelernt.
Ich lebe immer noch auf der Kiefernstraße und meine Kinder sind die 4. Generation ."
Kommentare: 27
  • #27

    Stefan (Freitag, 20 Mai 2022 13:26)

    Bewohner von 84 - 89

    Schön, etwas neues. Kannte bisher nur kiefern.org.
    Leider sind einige schon nicht mehr unter uns. Kannte "Randale" schon vor dieser Zeit.

  • #26

    Steppes (Freitag, 25 März 2022 23:12)

    Voll cool! Leider auf diesem Weg erfahren, dass Gyl und Bill gegangen sind *_*
    Ich hab 1984 beim Hash kaufen in der 13 aus dem 2. Stock eine leere Flasche an den Kopf gefeuert bekommen, was offenbar eine lebenslange Verbindung geschaffen hat. Gut, dass sie leer war, sonst hätte das womöglich nicht geklappt

  • #25

    Sandra Niepenberg Zookid (Mittwoch, 22 Dezember 2021 09:12)

    Es ist echt die beste Kiefern Doku eher, bringt alles auf den Punkt!
    Und das beste ist das nicht jeder hirni sich einfach die Fotos herunterladen kann, danke Bernd Schaller

  • #24

    Tine (Dienstag, 26 Oktober 2021)

    Boah, super schöne, lebendige Fotos. Manche wecken alte Erinnerungen. Habe von 1983 bis 1991 auf der Kiefern gewohnt. Grüße aus der norddeutschen Tiefebene an den Ort der Subversion..ganz nach dem alten Motto..." Es ist Deutsch in Kaltland",

  • #23

    Dieter Schmidt (Donnerstag, 30 September 2021 16:11)

    Danke für die wirklich beeindruckenden Fotos und die Texte - interessant da durch zu gucken - ich wohne in nem Dorf in Niedersachsen und mache seit 2008 in der Kulturmühle Buchhagen mit - das ist ein soziokulturelles Projekt - wir veranstalten Musik auch ne "Offene Bühne" das hält uns hier ein bisschen am Leben - es gibt hier nur wenig Menschen und drum ist es schwer Veranstaltung durch Eintrittsgelder zu finanzieren - aber wir machen weiter - Euch auch alle guten Wünsche
    Dieter

  • #22

    Mario Bronco (Samstag, 25 September 2021 18:56)

    Ich war noch nie dort, hab aber starkes Heimweh. Tolles Projekt,
    Danke.
    Bleibt fröhlich, alle !

  • #21

    Dieter aus Köln (Freitag, 24 September 2021 10:32)

    Einfach nur Großartig

  • #20

    M. Jansen (Freitag, 27 August 2021 01:11)

    Gelungene Übersetzung1 Danke!!!

  • #19

    Marian (Donnerstag, 26 August 2021 16:21)

    Super tolles Projekt!!

  • #18

    udo aus mönchengladbach (Sonntag, 22 August 2021 13:54)

    Hallo Bernd , bin der Fotograf aus Mönchengladbach haben uns gestern kennengelernt und Du hast mir den Tip für deine Portait Seite gegeben. Großes Lob , tolle Arbeiten.

  • #17

    Günter von Ameln (Mittwoch, 28 Juli 2021 09:30)

    Wunderschöne Fotodokumentation

  • #16

    Samara Blue (Dienstag, 13 Juli 2021 11:54)

    Ich bin zufällig auf die Kiefernstraße gestoßen und war sofort begeistert von den verschieden Kunstwerkhäusern. Spontan habe ich mich entschieden, über die Kunst, die Künstler, die Bewohner und letztendlich auch die bewegte Geschichte der Kiefern zu recherchieren. Deine Fotos geben der Straße auch für Außenstehende einen lebendigen Einblick. Super Arbeit :-).

  • #15

    Reiner (Mittwoch, 07 Juli 2021 12:01)

    Man wünschte sich,dass in anderen Nachbarschaften, die auch aus jeglichen Charakteren bestehen,
    gleichfalls eine solche Harmonie wachsen könnte.
    Die Bilder zeigen keine stummen Figuren,sondern wie sie alle aktiv zur Gemeinschaft beitragen dürften.

  • #14

    Erika (Mittwoch, 07 Juli 2021 11:54)

    Tolle Widergabe der aussagenden,vielschichtigen Persönlichkeiten und deren liebenswerte Verbindung mit der Kiefernstrasse.

  • #13

    Kipa (Dienstag, 06 Juli 2021 22:13)

    s u p e r g u t .
    Prima Entscheidung, dieses Projekt durchzuziehen ! Bin sehr gespannt auf mehr ...

  • #12

    Donald Campbell (Freitag, 02 Juli 2021 09:50)

    Wo ist der jimmy????

  • #11

    MV (Freitag, 02 Juli 2021 00:16)

    Tolle Arbeit!

  • #10

    Uwe (Donnerstag, 01 Juli 2021 20:32)

    Sehr guter Blick, die Menschen gut wahrgenommen und im richtigen Augenblick ausgelöst. Mach bitte weiter!

  • #9

    ilka (Donnerstag, 01 Juli 2021 19:42)

    Ganz toll und überfällig, mach weiter!

  • #8

    Paulo (Donnerstag, 01 Juli 2021 19:11)

    Exzellent Arbeit!

  • #7

    N. (Donnerstag, 01 Juli 2021 13:40)

    Wow, toll!!!

  • #6

    Alex (Donnerstag, 01 Juli 2021 13:12)

    Sehr schöne Bilder! Vor allem das von Olli ! rip.
    Vielen Dank dafür!

  • #5

    Herr Bert (Donnerstag, 01 Juli 2021 12:33)

    Sehr geil. Guter Blick.
    To be continued....

  • #4

    Nic (Donnerstag, 01 Juli 2021 11:29)

    Große Freude so manches Gesicht aus den 80er wieder zu sehen, mehr davon bitte

  • #3

    Betti K11 (Donnerstag, 01 Juli 2021 11:14)

    Superschöne, fast intime Fotos!
    Danke dafür und ich hoffe es geht weiter!

  • #2

    Christiane (Donnerstag, 01 Juli 2021 11:04)

    Toller Einblick, schöne Fotos! Danke! �

  • #1

    Gyl (Mittwoch, 30 Juni 2021 23:18)

    Sehr schön - danke bernd